Januar 22, 2020

Das Süderländer Tageblatt stellt uns vor

Das Süderländer Tageblatt stellt uns vor

Vielen Dank an das Süderländer Tageblatt in unserer Heimatstadt Plettenberg. In ihrer heutigen Ausgabe berichtet die Zeitung über unser innovatives Dachbegrünungssystem. Hier der Text in voller Länge:

Das Schrägdach als CO² -Killer
Wie drei Plettenberger mit ihrer Erfindung das Klima schützen wollen

Plettenberger sind innovativ und kreativ. Das beweisen die hier ansässigen Handwerks- und Industrieunternehmen täglich auf‘s Neue. Auf der Suche nach den findigen Köpfen unserer Stadt veranstaltete der Pro Wirtschaft e.V. vergangenes Jahr den Ideenwettbewerb „hammeridee“, bei dem auch der Plettenberger Dirk Kieslich teilnahm und schließlich mit seinem Entwurf einer Mikroplastik-Filtrationseinheit den ersten Platz des Wettbewerbs belegte. Jetzt meldet sich Kieslich mit einem neuen Projekt zurück und wieder war es der Umweltgedanke, der ihn zu dieser Idee inspirierte.
Bemühungen zur Reduzierung von CO² bestimmen seit Jahren die täglichen Nachrichten. Diesel-Fahrverbote, CO² -Steuer, Klimaschutz sind die Schlagworte, die damit in Verbindung gebracht werden. Im Kampf um die Einsparung des Treibhausgases werden weltweit Lösungen gesucht.
Eine davon lautet, mehr Grün anzupflanzen, dass freigesetztes CO² bindet. Da gerade in Großstädten der Raum fehlt, geht sowas ganz hervorragend mit begrünten Dachflächen. Ein Dach zu begrünen ist jedoch eine Kunst für sich. Flachdächer müssen aufwändig vorbereitet und isoliert werden, bevor sie bepflanzt werden können. Schräge Dächer zu begrünen ist wesentlich komplizierter bis kaum möglich – bisher.

„Mit unserer Entwicklung ist es möglich, ganz normale schräge Dächer mit wenig Aufwand und dazu noch kostengünstig zu begrünen“, behauptet Dirk Kieslich. Gemeinsam mit seinen Jugendfreunden Steffen Reeder und Oliver Stolzenberg hat er „mygreentop“ entwickelt.  Die Idee dahinter: Reguläre Dachpfannen werden entweder mit einer zusätzlichen Kunststoffpfanne bestückt oder gleich durch ein komplettes Bauteil aus Kunststoff ersetzt. Der Clou ist der aufgesetzte Pflanzkasten, in dem auf einem Grund aus Bims- oder Lavagranulat eine spezielle Pflanzmatten wie in einem Blumenkasten platziert wird. Bei den Pflanzen handelt es sich um spezielle Sedum-Sorten, anspruchslose, extensive und immergrüne Gewächse.
In Deutschland fallen jährlich bis zu 700 Millionen Tonnen CO² allein durch Mobilität, Energiegewinnung und Industrie an. Entwickler Kieslich behauptet, dass seine neue Idee das Potential habe, bis zu 1,4 Prozent dieser gewaltigen Menge in Sauerstoff umzubauen und zu binden – vorausgesetzt, dass die grünen Dachpfannen künftig großflächig auf den Schrägdächern der Bundesrepublik eingesetzt würden.

Künftig soll es die Kunststoffpfannen in drei Varianten geben: „Classic“ als Aufsatzpflanzsystem auf der ursprünglichen Steinpfanne, „Complete“ als Austauschpfanne der herkömmlichen Dachfanne und „Color“ als rein optische Blende. „Gefertigt werden die Produkte aus bevorzugt recyceltem und stabilisiertem Polypropylen“, erklärt Kunststoff-Fachmann Kieslich. „Durch eine zusätzliche Stabilisierung mit Glasfasern ist die Haltbarkeit über Jahrzehnte gewährleistet und so bietet unsere Komplettpfanne dem Haus den gleichen Schutz, wie eine herkömmliche Eindeckung.“
Der gewählte Werkstoff soll zudem verträglich im Kontakt mit Lebensmitteln sein, so dass interessierte Dachbegrüner bequem vom Dachfenster aus ihren Kräutergarten im mygreentop-Kasten pflegen könnten.
Momentan stecken die drei Macher aus Plettenberg viel Zeit in die Optimierung des neuen Systems. Bevor die ersten Serienteile gebaut werden, sind es Prototypen aus dem 3D-Drucker, die am Elternhaus von Dirk Kieslich ausgiebig getestet werden. Die Ergebnisse dieser Tests stimmen den Entwickler aber positiv: „Wir sind selbst verblüfft, wie gut unsere Idee funktioniert. Die Montage ist ohne Werkzeug und beinahe kinderleicht durchzuführen. Wir streben jedoch die Zusammenarbeit mit Fachbetrieben wie Dachdeckern und Gärtnereien an. Auch hier haben uns erste Gespräch sehr optimistisch gestimmt.“

Kann man den Erfindern nur noch wünschen, dass die grüne Dachpfanne ihren Weg aus dem Oestertal auf viele weitere Schrägdächer findet – dem Weltklima würde es womöglich gut tun.

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